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Dokumente und Informationen zu Personen, die in Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus von Bedeutung waren.

Klaus Barbie (1913 Godesberg bis 1991 Lyon,Frankreich), alias Klaus Altmann, alias "Schlächter von Lyon", hat ab 1935 zunächst im SD Hauptamt, oberste Führungsstelle des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS (Nachrichtendienst der NSDAP), ab Mai 1940 in der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam und ab November 1942 als Leiter der Gestapo im SD/SS in Lyon gearbeitet.

Barbie verantwortete die geheimdienstliche Aufklärung und Unterwanderung, sowie Folter, Hinrichtungen, Massenmorde und Deportationen in KZ von Mitgliedern des sozialdemokratischen und kommunistischen Widerstands, Exilanten auf der Flucht, Freimaurern, Juden, Mitgliedern der Resistance und in der Bevölkerung.

Barbies Folter- und Verhörmethoden sind als Greueltaten durch Zeugen belegt. Ihm werden zahlreiche Erschießungen von Häftlingen, Deportationen von jüdischen Kindern und Erwachsenen, sowie die Ermordung von Mitgliedern der Resistance, darunter ihrem Leiter Jean Moulin, zur Last gelegt. Durch sein skrupelloses brutales Vorgehen trägt er den Titel "Schlächter von Lyon".

Zu Kriegsende in Deutschland untergetaucht, baute Barbie Kontakte zu ehemaligen SS- und Gestapomitarbeitern auf. Ab 1947 war er mit seinem Netzwerk für den US-Heeresgeheimdienst CIC in Deutschland beschäftigt. Dort war er in der Informationsbeschaffung und Aufklärung mutmaßlicher kommunistischer Aktivitäten in Deutschland eingesetzt und gründete 1950 die Stay-Behind-Organisation Bund Deutscher Jugend.

1951 emigrierte Barbie über die so genannte "Rattenlinie" nach Bolivien und begann ein neues Leben mit bolivianischer Staatsbürgerschaft als Reeder der "Transmaritima Boliviana Company" unter dem Alias-Namen Klaus Altmann. Ab 1966 arbeitete Barbie, alias Altmann, als Ausbilder und Sicherheitsberater in der Partisanenabwehr für das bolivianische Innenministerium gegen Ernesto Che Guevara. Für einige Monate im Jahr 1966 war Barbie ebenfalls für den Bundesnachrichtendienst sowie als Repräsentant für den Absatz von Bundeswehr-Überständen auf dem Weltmarkt tätig.

Klaus Barbie wurde 1947 und 1952 in Abwesenheit drei Mal in Frankreich verurteilt. Als einer der von Geheimdiensten, Opferorganisationen und Privatpersonen meistgesuchten Naziverbrecher der Welt stand Barbie, auch nach seiner Entdeckung durch Beate und Serge Klarsfeld 1972, unter dem Schutz des bolivianischen Staatspräsidenten Hugo Banzer. Nach einem Regierungswechsel in Bolivien gelang es 1983, Barbie wegen Steuervergehen in Haft zu nehmen und nach Frankreich auszuliefern. Die Vollstreckung der Urteile aus 1947 und 1952 war juristisch nicht möglich. Es wurde ein neues Verfahren auf der Ebene des nicht verjährbarem Völkerrechts eingeleitet. Barbie wurde im Juli 1987 der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er verstarb im September 1991 in französischer Haft in Lyon.

Der 1912 in Österreich geborene Alois Brunner war in seiner letzten Position im nationalsozialistischen Deutschland als SS-Hauptsturmführer zwischen 1939 und 1945 als Leiter von SS-Sonderkommandos mitverantwortlich für die Deportation von 128.500 Juden aus Wien, Berlin, Griechenland, Frankreich und der Slowakei in die deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager. Somit war Brunner Ausführender der so genannten "Endlösung der Judenfrage" vor Ort und Mitarbeiter Adolf Eichmanns.

Nach 1945 tauchte Brunner in Westdeutschland unter. Er arbeitete zeitweilig unter anderem als LKW-Fahrer für die US-Army, später als Bergmann Untertage. 1954 flüchtete Brunner nach Damaskus, stand unter dem Schutz der syrischen Regierung und stand, angeblich als Geheimdienstexperte für diese Region des Nahen Ostens, in Diensten für die Organisation Gehlen, später Bundesnachrichtendienst (BND). Brunner soll eng mit dem syrischen Geheimdienst zusammengearbeitet und soll als Leiter einer Export-Import-Firma Militärgerät und Waffen in den arabischen Raum vertrieben haben.

Zwar konnte Alois Brunner durch seine Flucht nie belangt werden und über sein Leben, wie auch seinen Tod, sind nach 1954 keine zusammenhängenden Informationen bekannt. Brunner selbst sorgte mit Interviews ab 1982 für kurze Einblicke in sein menschliches und politisches Selbstverständnis. Er wurde mehrfach durch Gerichte verurteilt. Darunter wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Frankreich (2001). Angeblich verübten der französische Geheimdienst (1961) und der israelische Geheimdienst (1961, 1980) mehrere Attentate, bei denen Brunner schwer verletzt aber nicht getötet wurde.

Eine zeitliche Zusammenstellung, Details und Quellen sind in der Wikipedia über in dem Artikel über Alois Brunner aufgeführt.
Hans Karl Filbinger (* 15. September 1913 in Mannheim; † 1. April 2007 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Politiker der CDU. Von 1966 bis 1978 war er Ministerpräsident Baden-Württembergs. Von 1971 bis 1979 CDU-Landesvorsitzender. Von 1973 bis 1979 auch einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU.
Im Jahre 1978 wurden vier Todesurteile bekannt, die Filbinger als Marinerichter und NSDAP-Mitglied 1943 und 1945 beantragt oder gefällt hatte. Die Aufdeckung, die Reaktionen Filbingers und seines Umfeldes sowie die Aufarbeitung stehen heute für die sog. "Filbinger-Affäre".
Informationen zur Person Adolf Hitlers.
SS-Oberführer Reinhard Höhn, geb. 29. Juli 1904 in Gräfenthal; gest. 14. Mai 2000 in Bad Harzburg, war ein NS-Verwaltungsrechtler und führender deutscher Ideologe in der Zeit des Nationalsozialismus. Ab 1933 arbeitete Höhn als Hauptabteilungsleiter, später Abteilungsleiter, im Reichssicherheitshauptamt unter Heydrich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg tauchte Höhn mit einer falschen Identität als Heilpraktiker unter. Er entwickelte das "Harzburger Modell", ein aus militärischen Grundsätzen abgeleitetes Managementmodell zur Menschenführung (1954), dass heute quasi als Vorlage des "Management by Objectives"-Modells gilt (Mitarbeiterführung mit Zielvereinbarung; Delegation/Relegation von Verantwortung an/von Mitarbeitern; regelmässiges Berichtwesen und Ergebnisüberprüfung). Ungefähr ab 1956 arbeitete Höhn als Leiter der "Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft" in Bad Harzburg. Hier wurden die Inhalte des "Harzburger Modells" im regelmässigen Schulungsbetrieb an Manager und Führungskräfte in Industrie, Bundeswehr und Öffentlichem Dienst bis ungefähr 1999 vermittelt. [Quellen: Wikipedia]

Nach Hachmeister (1998) gehörte Höhn zur Funktionselite des NS-Staates. Zusammen mit Franz Six, Werner Best, Walter Schellenberg und Otto Ohlendorf gilt Reinhard Höhn als einflussreicher Kader der „genuin nationalsozialistischen Elite“, die erheblichen Einfluss auf die konkrete Politik des Nationalsozialismus nehmen konnte.
Albert Norden (* 4. Dezember 1904 in Myslowitz, Oberschlesien; † 30. Mai 1982 in Ost-Berlin) war ein deutscher Journalist und Politiker der KPD und SED. Er war Sohn des liberal-jüdischen Rabbiners Joseph Norden, der im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er 1943 umkam.

Sein politisches Engagement war durch die aktive Mitgliedschaft in der Freien Sozialistischen Jugend (1919) und ab 1921 in der KPD gekennzeichnet. 1933 emigrierte Norden in die Tschechoslowakei, dann nach Frankreich und 1941 in die USA.

Er arbeitete 1933 am „Braunbuch 1933 über Reichstagsbrand und Hitlerterror“ mit. In den USA war Norden Funktionär des Deutsch-Amerikanischen Kulturverbandes und arbeitete für die Exilzeitschriften German American und Freies Deutschland (Mexiko). 1944 war er Gründungsmitglied des Council for a Democratic Germany (Rat für ein demokratisches Deutschland) als Reaktion auf die Gründung des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD) in Moskau. Die Exilorganisation bestand aus einem breiten politischen Spektrum, inklusive Künstlern und Autoren. Sie sollte sich der Entwicklung von Zukunftsmodellen für den gesellschaftlichen Wiederaufbau nach dem Krieg widmen.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war Norden unter anderem Leiter der Presseabteilung im Informationsamt der DDR (1949 - 1952), Professor für neuere Geschichte an der Ost-Berliner Humboldt-Universität (1953 - 1955). Ab 1954 war Norden Erster Sekretär des neu gegründeten „Ausschusses für Deutsche Einheit“ in der DDR, Mitglied des Politbüros des ZK der SED und Abgeordneter der Volkskammer (1958 - 1981). Ab 1955 war Norden als Sekretär des ZK für die Agitation verantwortlich. Er leitete eine Kommission, die alle Maßnahmen und Vorgänge in der DDR zur Aufarbeitung der Kriegs- und Naziverbrechen koordinierte. Im Juli 1965 stellte er das "Braunbuch über Kriegs- und Naziverbrecher in hohen Positionen in der Bundesrepublik und in West-Berlin" mit SS-Diensträngen und NS-Parteiämtern von 1.800 Wirtschaftsführern, Politikern und führenden Beamten in der Bundesrepublik Deutschland, teilweise mit weiterführenden Unterlagen zu den Personen, vor.